Was ist das Glühen?

Rossi Tre führt Wärmebehandlungen und Oberflächenbehandlungen von Metallen und Legierungen durch. Im heutigen Artikel erklären wir insbesondere, was man unter dem Glühen versteht, einer der Wärmebehandlungen, die wir in unserem Unternehmen durchführen, und erläutern seine Funktion.

Wann wird geglüht?

Das Glühen wird durchgeführt, um den Stahl zu erweichen und ihn leichter mechanisch bearbeitbar zu machen, indem plastische Eigenspannungen abgebaut oder die Auswirkungen aufgehoben werden, die die Legierung während einer Warmumformung oder einer zuvor durchgeführten Wärmebehandlung erfahren hat.

Neben Stahl kann die Glühbehandlung auch auf Gusseisen, Messing, Bronze und einige Aluminiumlegierungen angewendet werden.

In Abhängigkeit von der gewünschten Härte und Struktur stehen verschiedene Behandlungszyklen zur Verfügung.

Welche Arten des Glühens gibt es?

Unser Unternehmen bietet verschiedene Arten des Glühens für unterschiedliche Metalle und Legierungen an, darunter:

  • Unterkritisches Glühen und Bearbeitungsglühen
  • Isothermes Glühen
  • Spannungsarmglühen
  • Vollglühen

Was ist das Bearbeitungsglühen bzw. unterkritische Glühen?

Diese Art des Glühens, eine der am weitesten verbreiteten, erfordert eine Erwärmung bis zu einer Temperatur von 35 °C unterhalb Ac1.

Sie verändert die Mikrostruktur des Stahls nicht wesentlich und kann als ein weichmachendes Anlassen betrachtet werden, ohne dass eine Umwandlung von Ferrit zu Austenit stattfindet. Folglich ist die erzielbare Endstruktur eng mit der Ausgangsstruktur verbunden.

Das unterkritische Bearbeitungsglühen wird bei Baustählen und Vergütungsstählen durchgeführt und verleiht diesen eine gute Zerspanbarkeit.

Was ist isothermes Glühen?

Das isotherme Glühen ist eine Wärmebehandlung, die vollständig die Spannungen beseitigt, die aus plastischen Warm- und Kaltumformungen resultieren, die Härte des Materials deutlich reduziert und die vorhandene Mikrostruktur homogenisiert.

Ziel ist es, eine maximale Zerspanbarkeit sowie eine sehr gute Maßstabilität zu erreichen, die auch nach abschließenden Wärmebehandlungen wie beispielsweise Aufkohlen oder Randschichthärten erhalten bleibt.

Auf industrieller Ebene wird es dem Vollglühen vorgezogen, da es wirtschaftlicher ist – sowohl zeitlich als auch in Bezug auf die eingesetzten Mittel.

Autor: Andrea Rossi

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